Die Nebenwirkungen von Medikamenten

Wer kennt ihn nicht, den Satz über die Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten, aber kaum jemand glaubt, dass er selbst betroffen sein könnte.

Nebenwirkungen werden gerne verdrängt, da niemand sie haben will, aber sie kommen vor und die meisten von uns haben sie wohl auch schon mal gespürt.

Laut der Pharmakologin Prof. Petra Thürmann von der Universität Witten-Herdecke besteht sogar bei einem Arzneistoff, der keine Nebenwirkungen zeigt, der Verdacht, dass er auch keine Wirkung zeigt. Dies bedeutet ja dann nur, dass alles was wirkt auch Nebenwirkungen hat. An diesen Nebenwirkungen sterben dann auch Untersuchungen zu Folge  in den USA jedes Jahr 100.000 Menschen und bei uns gehen rund sieben Prozent aller Krankenhauseinweisungen auf das Konto von Nebenwirkungen.

Und das Problem sind nicht nur die Nebenwirkungen, die schon auf dem Beipackzettel aufgelistet sind, sondern auch die, die noch gar nicht bekannt sind. Bis zur Markteinführung werden die  Medikamente nur an rund 3000 Menschen getestet, so dass einfach noch nicht alle Nebenwirkungen bekannt sein können. Grundsätzlich werden die Nebenwirkungen in zwei Gruppen eingeteilt; in Nebenwirkungen, die direkt mit der Wirkweise eines Arzneimittels zusammenhängen, zum Beispiel Magenschäden bei der Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln, oder weniger vorhersehbare Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Überempfindlichkeitsreaktionen.

Und meist kommt man gar nicht auf die Idee, dass es sich bei Müdigkeit, Erschöpfung oder Durchfall um Nebenwirkungen handelt, wenn man nämlich krankheitsbedingt sowieso schon unter diesen Symptomen leidet. Und selbst wenn, nimmt man sie meist in Kauf, solange sie nicht zu schlimm sind.

Auch Ärzte gehen der Sache nicht unbedingt nach und Veränderungen im Blutbild oder Schäden an den inneren Organen werden meist nicht mit der Einnahme von Medikamenten in Verbindung gebracht und so auch die Nebenwirkungen vom Arzt nicht dem Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet. Noch dazu ist die Prozedur für den Arzt zeitaufwendig und er bekommt nichts dafür.

Was die ganze Sache mit den Nebenwirkungen noch zusätzlich schwieriger macht ist die Tatsache, dass nicht jeder sie auch bekommt, denn die Verträglichkeit ist individuell sehr verschieden und hängt auch von den Genen und Umweltfaktoren ab.

Um halbwegs sicher zu sein sollte man also möglichst wenig einnehmen, möglichst zu Mitteln greifen die schon länger zugelassen sind und sie auch nicht eigenmächtig absetzen.

Und fragen Sie bei Unklarheiten immer ihren Arzt oder Apotheker!

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