Chronischer Juckreiz

Jeder weiß, wie nervig nur ein paar juckende Mückenstiche sein können, wie muss es dann erst jemandem gehen, der an chronischem Juckreiz leidet?

Im Laufe ihres Lebens erkranken rund 20 Prozent der Bevölkerung an solch einem Juckreiz, der fachmedizinisch Pruritus genannt wird. Von chronischem Juckreiz spricht man dann, wenn ein Juckreiz länger als sechs Wochen anhält.

Die Ursachen für einen solchen Juckreiz können unterschiedlich sein. So können entzündliche Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Nesselsucht dafür Verantwortlich sein, aber auch einige innere Erkrankungen.

Und nicht immer können Allergietests, Blutuntersuchungen oder Untersuchungen der Haut genauen Aufschluss über die genauen Ursachen eines chronischen Juckreizes geben.
Verstärkt werden kann der Juckreiz auch noch durch trockene Haut, weshalb er bei älteren Menschen häufiger aufzutreten scheint. Aber auch die Einnahme von Medikamenten mit Juckreiz als Nebenwirkung kann eine Ursache sein.

Je länger ein Patient unter Juckreiz leidet, desto schwieriger ist es oft, die eigentliche Ursache festzustellen. Hier ist die Behandlung des Symptoms dann vorrangig, um den Teufelskreis aus Jucken, Kratzen und blutiger verschorfter oder sogar vernarbter Haut zu durchbrechen.
Mit rückfettenden, feuchtigkeitsbindenden Cremes und Lotionen kann man trockener Haut entgegenwirken, genau so wie mit seifenfreien Syndets statt normaler Duschgels oder Bäder.

Es gibt auch Cremes und Lotionen mit Polidocanol, das örtlich betäubt und so den Juckreiz lindert. Kurzfristig angewendet werden können auch Cremes mit niedrig dosiertem Hydrocortison (rezeptfrei bis zu einem Anteil von 0,5 Prozent).

Aber auch scharfe Speisen, Alkohol, Kaffee, sowie starke Heiß-und Kalt-Reize können den Juckreiz verstärken und sollten entsprechend gemieden werden.
Neben Antihistaminika, die Erleichterung bringen, können auch Entspannungsmethoden wie zum Beispiel autogenes Training helfen, den Juckreiz besser zu ertragen.

Eine Therapie zur Unterdrückung des Juckreizes ist langwierig und sollte mindestens sechs Monate dauern. Hat sich die Haut dann wieder erholt, können die Medikamente oft wieder ausschleichend abgesetzt werden und eine gute Hautpflege sorgt für eine anhaltende Linderung des chronischen Juckreizes.
Sollte eine solche Therapie allerdings erfolglos sein, so sind weitere Untersuchungen von einem Spezialisten erforderlich.

Kosmetikallergie

Wenn Wimperntusche, Lippenstift oder Make-up allergische Reaktionen auslösen statt uns schöner zu machen, handelt es sich dabei um eine Kosmetikallergie.

So eine Kosmetikallergie kann sich mit roten, entzündeten Augenrändern oder sogenannten Kontaktekzemen äußern. Kontaktekzeme sind trockene rötliche Stellen, die relativ scharf begrenzte Außenränder haben. Ab und zu schuppt sich die Haut dort auch.

Ein solches Ekzem tritt meistens 48 bis 72 Stunden nach Verwendung eines allergieauslösenden Stoffes auf und kann sich verdicken, wenn das Produkt weiterhin benutzt wird.
Aber Kosmetika können auch Hautirritationen mit Pusteln, Quaddeln und Juckreiz auslösen, die meist schon nach 5 bis 20 Minuten auftreten.

Wer solche Anzeichen nach der Benutzung von Kosmetika bemerkt sollte das Kosmetikprodukt nicht weiter verwenden und nach Möglichkeit einen Dermatologen aufsuchen, um abzuklären, auf welche Inhaltsstoffe man allergisch reagiert hat.

Dies geschieht meist mit Hilfe eines sogenannten Epikutantests, bei dem dem Patienten verschiedene Inhaltsstoffe mit einem Pflaster auf den Rücken geklebt werden. Nach zwei Tagen kann dann die Reaktion abgelesen werden.

Die Latexallergie

Die Latexallergie ist weit verbreitet, denn Latex ist heutzutage in vielen Produkten wie Latexhandschuhen, Schnullern, Kondomen oder Luftballons enthalten.

Auslöser für diese Allergie sind die Eiweißbestandteile des Naturkautschuks. Im Rahmen einer Kreuzallergie können die Betroffenen dann auch zum Beispiel auf die Birkenfeige oder den Weihnachtsstern allergisch reagieren. Weitere Auslöser einer Kreuzallergie können Kiwi, Banane, Avocado, Esskastanie, Ananas, Dattel, Feige oder Pfirsich sein.

Wie äußert sich die Latexallergie?

Die Latexallergie gehört sowohl in die Gruppe der Soforttypallergien, das heißt, die allergische Reaktion tritt sofort ein, als auch in die Gruppe der Spättypallergien, was bedeutet, das bis zum Einsetzen der Symptome bis zu 72 Stunden vergehen können.

Latexhandschuh © flickr/erix!

Symptome einer Latexallergie können Hautausschläge, allergischer Schnupfen oder auch allergisches Asthma sein. Bei einem intensiven Kontakt, zum Beispiel bei einer Operation kann die Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems sogar zu einem allergischen Schock führen und lebensbedrohlich werden.

Sie sollten also den Arzt vorher unbedingt über eine solche Allergie informieren, denn gerade im medizinischen Bereich gibt es aus diesem Grund auch genügend latexfreie Produkte.

Ein besonderes Problem stellten die gepuderten Latexhandschuhe dar, da der mit den Allergenen beladene Puder sich schnell in der Raumluft verbreitete und zu allergischen Reaktionen führte, auch wenn man gar nicht direkt mit den Latexprodukten in Kontakt kam. Inzwischen gibt es deshalb auch nur noch ungepuderte Handschuhe.

Was kann man tun?

Leider sind Latexprodukte im Alltag nicht immer ausreichend deklariert, so dass es oft schwer für Allergiker ist, die Allergie auslösenden Stoffe zu erkennen. Trotz allem ist die beste Therapie latexfreie Produkte zu verwenden. Aber auch eine Hyposensibilisierung ist möglich und die Behandlung der Symptome mit Medikamenten.
Wichtig ist es auch immer den Allergiepass bei sich zu tragen, denn die darin enthaltenen Informationen können im Notfall lebenswichtig sein.

Heuschnupfen und was wirklich hilft

Jetzt zu Beginn der Heuschnupfen-Saison fragen sich wieder viele Geplagte, was wirklich dagegen hilft.

Auch wenn wir alle nach dem langen Winter schon sehnsüchtig auf den Frühling warten, beginnt jetzt wieder die Zeit des Pollenfluges.

Neben rezeptpflichtigen Medikamenten, die oft Kortison enthalten, gibt es in der Apotheke auch noch einige Mittel, die zumindest bei leichteren Fällen des Heuschnupfens Linderung verschaffen können. Die sogenannten Antihistaminika blockieren im Körper die Andockstellen des Botenstoffes Histamin, der zum großen Teil für die allergischen Beschwerden verantwortlich ist.

Diese Antihistaminika gibt es als Tropfen oder Sprays aber auch als Tabletten oder Saft.  Die Wirkstoffe sind meist Cetrizin oder Loratadin. Ihre Wirkung setzt nach circa einer Stunde ein und hält 24 Stunden vor. Es empfiehlt sich die Mittel abends zu nehmen, da man dann in den frühen Morgenstunden, wenn der Pollenflug am stärksten ist, optimal geschützt ist. Auch können einige der Medikamente müde machen. In Augentropfen und Nasensprays ist oft der Wirkstoff Azelastin enthalten. Augentropfen und Nasensprays helfen beim Heuschnupfen direkt dort wo die Beschwerden auftreten und lindern diese meist schon nach wenigen Minuten. Allerdings hält die Wirkung von Augentropfen und Nasensprays auch nicht so lange an.

Wenn Sie rechtzeitig den Allergien vorbeugen möchten, können Sie auf Mittel  mit Wirkstoffen wie Cromoglicinsäure oder Nedocromil zurückgreifen. Diese wirken aber erst zwei bis drei Wochen nach der ersten Anwendung.
Auch wenn es sich hier nicht um rezeptpflichtige Medikamente handelt, sollten Sie sich doch über die Auswahl und Dosierung von Ihrem Arzt beraten lassen. Ein unzureichend therapierter Heuschnupfen kann sich nämlich durchaus zu Asthma entwickeln.  Und vielleicht ist für Sie ja eine Immuntherapie besser geeignet, als nur die Symptome zu behandeln. Spätestens wenn sich die Symptome verstärken, sollten Sie auf alle Fälle einen Arzt aufsuchen.

Neurodermitis

Die meisten Menschen, die an Neurodermitis leiden, haben diese Krankheit von frühester Kindheit an. Die Auslöser sind neben genetischen Faktoren auch Stoffe die in der Umwelt vorhanden sind, sowie psychische Ursachen. Jeglicher Stress für den Körper, welche Ursache auch immer er hat, kann einen neuen Schub auslösen.  Neben Kortison haltigen Salben gibt es aber noch andere Therapiemöglichkeiten die zum Erfolg führen können. Allerdings ist es oft nicht einfach, die individuell passende herauszufinden. Hier wird vor allem dem Patienten sehr viel Geduld abverlangt, denn komplett heilen kann man die Neurodermitis nicht, man kann nur die Symptome lindern. Ähnlich wie bei Heuschnupfen oder Asthma reagiert der Körper auch bei Neurodermitis mit einer zu heftigen Abwehrreaktion auf im Grunde harmlose Stoffe.  Es ist also auch eine der vielen Allergien, die wir bekommen können. Neurodermitis kann aber auch ausgelöst werden durch extreme Kälte oder durch Schwitzen und bei schwülem Wetter. Die Haut ist wesentlich trockener als normal und juckt stark. Durch Kratzen kann die Neurodermitis noch verstärkt werden und dies kann zu schmerzhaften Entzündungen führen. Am besten behandelt man den Juckreiz also indem man die gesamte Entzündung behandelt. Hauttests und Blutuntersuchungen könne Klarheit darüber bringen, auf welche Stoffe der Körper allergisch reagiert. Sie sollten die Haut ausreichend mit geeigneten Cremes pflegen, damit sie mit Feuchtigkeit versorgt wird. Bei einer medikamentösen Therapie kann neben den äußerlich anzuwendenden Salben auch noch eine Therapie mit Tabletten oder Infusionen zusätzlich angeraten sein. Dies richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Die besten Möglichkeiten einer Neurodermitis vorzubeugen sind, Säuglinge die ersten 6 Monate zu stillen, den es hat sich gezeigt, das Stillen für eine gut funktionierende Immunabwehr das beste Mittel ist. Kinder die gestillt wurden leiden weniger oft an allergischen Erkrankungen als solche, die die Flasche bekommen haben. Wenn man die Neurodermitis allerdings schon hat ist die beste Möglichkeit zur Vorbeugung, den Allergenen aus dem Weg zu gehen. Sollte sich ein neuer Schub ankündigen, sollte man sofort reagieren, um ihn noch abschwächen zu können.